Die Verkehrswende kann jetzt nur mit uns gelingen

Der Schienengüterverkehr soll – vor allem aus Gründen des Klimaschutzes – in Zukunft deutlich mehr Waren transportieren. Dies kann jedoch nur mit aktiver, umfassender Unterstützung aller am Schienengüterverkehr Beteiligten und insbesondere der Politik gelingen. Um eine bessere Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen, müssen zunächst einmal vielfältige Nachteile ausgeglichen werden, die dem Schienengüterverkehr gegenüber dem Lkw im Laufe der vergangenen Jahrzehnte aufgebürdet wurden.

Der Schienengüterverkehr leistet einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele. Im April 2021 hat das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt den Gesetz­ge­ber dazu verur­teilt, ambitionierte­re Klima­zie­le anzu­stre­ben, um die Frei­heits­rech­te künf­ti­ger Gene­ra­tio­nen zu schüt­zen. Das 2019 in Kraft getretene Klima­schutz­ge­setz reiche nicht aus, da es nur Reduk­ti­ons­zie­le für Treib­haus­gas­emis­sio­nen bis 2030 vorse­he.

Die Bundesregierung hat daraufhin das Klimaschutzgesetz 2021 auf den Weg gebracht. Das Ziel: Klimaneutralität bis 2045.

19 g

CO2 erzeugt der Schienengüterverkehr pro Tonnen und Kilometer nur etwa– das sind fast 82 Prozent weniger als beim Lkw (103 g/Tonnen-km).

Quelle: VDV

Um 26 %

sind die CO2-Emissionen im Schienengüterverkehr seit dem Jahr 2000 gesunken und der Energieverbrauch (kWh/Tonnen-km) um 29 Prozent – trotz zunehmender Transportmengen.

Quelle: VDV

0,4 %

betrug der Anteil des Schienenverkehrs an den Treibhausgasemissionen des Verkehrs in der EU-27 2018. Beim Straßenverkehr lag der Anteil bei 71,8 Prozent.

Quelle: Statistical Pocketbook 2020

40 %

Energie wird beim Transport eines Wasserstoff-Gascontainers auf der Schiene im Vergleich zur Straße eingespart.

Quelle: IEA

76 Euro

wurden 2019 pro Kopf in die Schieneninfrastruktur in Deutschland investiert. In der Schweiz waren es 404 Euro.

Quelle: Allianz pro Schiene, statista

6 km

kamen bei der Bahn 2019 in Deutschland im Zuge von Ausbauten dazu. 183 Kilometer Autobahnen und Bundesstraßen wurden neu gebaut und 50 Kilometer ausgebaut.

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Fraktion im Mai 2020, dpa

33.000 km

lang war das von der Deutschen Bahn betriebene Schienennetz 2018. Die USA hat mit rund 293.600 Kilometern das weltweit längste Eisenbahnnetz (Stand 2014).

Quelle: statista

19 %

umfasste in Deutschland der Anteil der Eisenbahn an der gesamten Transportleistung im Güterverkehr im Jahr 2019. 71 Prozent entfielen auf den Straßengüterverkehr.

Quelle: statista

77.000 Lkw

ersetzt der Schienengüterverkehr werktäglich.

Quelle: VDV

600 Mio.

Tonnen Güter werden jährlich in Deutschland auf der Schiene transportiert.

Quelle: VDV

31

neue Gleisanschlüsse für Unternehmen verzeichnete die Bundesregierung in den vergangenen elf Jahren.

Quelle: Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, Redaktionsnetzwerk Deutschland (Juni 2021)

2.307

aktive Gleisanschlüsse gab es laut Bundesregierung Ende 2020 noch insgesamt.

Quelle: Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, Redaktionsnetzwerk Deutschland (Juni 2021)

80 %

der Gleisanschlüsse wurden seit der Bahnreform im Jahr 1994 aufgegeben.

Quelle: Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion, Redaktionsnetzwerk Deutschland (Juni 2021)

132,6 Mrd.

Tonnenkilometer betrug die Transportleistung von Eisenbahnen im Güterverkehr in Deutschland 2019.

Quelle: statista

5,7 Mrd.

Euro betrug der Umsatz im Schienengüterverkehr in Deutschland 2018. In den Jahren 2021 bis 2023 soll der durchschnittliche jährliche Umsatz im weltweiten Schienenverkehr bei rund 125 Milliarden Euro liegen.

Quelle: statista

64.000 Waggons

– also die gesamte europäische Wagenflotte der VTG – werden momentan digital vernetzt.

8,88 Cent

pro Kilowattstunde betrugen die Energiesteuern, -umlagen und -entgelte im Güterverkehr 2020. Beim Lkw (Diesel) lagen sie bei 4,70 Cent.

Quelle: Allianz pro Schiene mit Material von Agora Energiewende, Agora Verkehrswende, BMWi, BNetzA, DB Energie, netztransparenz.de

Jahr der Schiene

Der Schienenverkehr wird eine Schlüsselrolle bei den Bestrebungen der EU spielen, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Daher wurde das Jahr 2021 von der EU zum Europäischen Jahr der Schiene ausgerufen mit dem Ziel, den Schienenverkehr als umweltfreundlichen, innovativen und sicheren Verkehrsträger zu fördern, mit dem auch in Krisenzeiten die Versorgungssicherheit sichergestellt werden kann.

„Der Schienenverkehr ist die Antwort auf viele wichtige Fragen im Bereich der Mobilität, unter anderem in Bezug auf Klimaneutralität, Energieeffizienz, Krisenresilienz und Sicherheit. Das Jahr der Schiene soll dem Sektor Impulse geben und mehr Touristen, Geschäftsleute und Hersteller ermutigen, sich für den Zug zu entscheiden.“

Andreas Scheuer, deutscher Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Präsident des Rates der EU Juli bis Dezember 2020